28. September 2017

Und wieder ein neues Schnittmuster - PICEA

Anfang des Monats habe ich hier bereits den Pulloverschnitt Betula von Fabelwald vorgestellt. Betula hat aber auch eine Schwester, die nun auch online ist. Picea heißt sie und ist ein Cardiganschnitt.


Genau wie Betula hat der Grundschnitt Raglanärmel und natürlich ebenso diverse Variationsmöglichkeiten. Ihr könnt den Cardigan auch als Longjacke nähen, es gibt zwei verschiedene Ärmellängen und neben Rundhalsausschnitt ist auch ein V-Ausschnitt möglich. Außerdem gibt es zwei verschiedene Taschenvarianten und auch eine optionale Teilung. Das sieht übrigens megaschick aus. 


Ich habe mich hier für Rundhalsausschnitt und 3/4-Ärmel entschieden. Das ist bei Ärmeln ja meine Lieblingslänge. Lange Ärmel schiebe ich eh oft hoch. Nur leider ist es im Winter draußen nicht ganz so warm, aber da werde ich mir dann mit Stulpen oder langen Handschuhen behelfen.


Leider hatte ich nicht mehr genug Stoff für das Saumbündchen und die Knopfleiste und habe mal wieder zu meiner Lieblingsbündchenfarbe, die hier ganzwunderbar passt, gegriffen. Leider ist die Knopfleiste daraus fast schon zu schwer und zu steif. Auch die Knopflöcher sehen darauf nicht ganz so schön aus. Beim nächsten Mal werde ich da doch auf einen dünneren Stoff zurückgreifen.


Die Fotos sind am Tag vor den norwegischen Parlamentswahlen entstanden. Dazu haben wir einen Tag ohne Regen genutzt und haben einen kleinen Ausflug zu einem nahegelegenen See und Wald gemacht. Nach dem Shooting gab es lecker Waffeln und als wir da so vor der Essenshütte sassen und unsere Waffeln genossen, kam auf einmal die (wiedergewählte) Ministerpräsidentin vorbeispaziert. Natürlich umgeben von Fotografen, ein paar Sicherheitsleuten und irgendwelchen Parteifreunden. Der norwegische Wahlkampf holt die Leute eben dort ab wo sie sich an einem Sonntag befinden: in der Natur. Ich glaube es hat noch niemand Angela Merkel einen Tag vor der Wahl im Grunewald beim Endspurt-Wahlkampf getroffen...


Aber zurück zu Picea. Ich mag es ja, dass der Cardigan eher locker sitzt. Bei gekauften Strickjacken habe ich oft das Problem, dass sie entweder sehr eng sind, so dass ich sie nicht gerne geschlossen trage oder aber wie ein Sack sitzen. Dieser Schnitt ist dagegen sehr bequem, sitzt dabei gut und funktioniert sowohl geschlossen als auch offen.


Beim Probenähen sind natürlich wieder mal ganz viele unterschiedliche Versionen entstanden. Neben meiner eher sportlichen Variante gab es auch ganz edle Modelle, es gab Cardigans mit und ohne Taschen, knallige Farben, ausgefallene Muster, ganz viele verschiedene Stoffqualitäten und und und. Schaut euch doch mal das Lookbook an, das zeigt sehr gut wie vielfältig auch dieser Schnitt von Fabelwald ist.


Das Schnittmuster gibt es bei Makerist oder auf dawanda oder beim Stoffbüro. Und bis zum 1. Oktober könnt ihr bei Fabelwald sogar ein Picea-Schnittmuster gewinnen.

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Schnitt: Picea von Fabelwald (das Schnittmuster wurde mir im Rahmen eines Probenähens zur Verfügung gestellt)
Stoff: Knit Knit Jacquard von Hamburger Liebe, Bündchen von Stoff & Stil
verlinkt bei: RUMS

26. September 2017

Willkommen kleiner N.!

Ich durfte wieder mal für ein frisches Baby nähen. Das gehört ja wirklich zu meinen Lieblingsbeschäftigungen und ich bin daher froh, dass sich in unserem Umfeld immer wieder die Gelegenheit bietet.


Die Mama hatte sich eine Latzhose gewünscht und ich habe das Schnittmuster aus dem Babybuch von Klimperklein ausgewählt. Aus Jeansjersey sieht sie fast wie eine richtige Latzhose aus, ist dabei aber total flexibel und bequem. Genau das Richtige für nicht mehr ganz so kleine Babys.


An den Trägern gab es gleich zwei Knöpfe, damit die Hose eine Weile mitwachsen kann. Alle Nähte außer den beiden Seitennähten sind im Jeanslook doppelt abgesteppt. Über die Tasche ärgere ich mich mal wieder: jedes Mal sitzt sie zu hoch....



Dazu gab es einen echten Klassiker: den Regenbogenbody! Hab ich schon ewig nicht mehr genäht. Dabei gab es für den Sohn am Anfang ganz viele Regenbogenbodys, damals noch angepasst an Stoffwindeln.


Eigentlich hätte ich braunes Bündchen schöner gefunden, aber das war tatsächlich alle. 
Der kleine N. hat außerdem noch einen kuscheligen Overall für Draußen bekommen. Den gibt es aber demnächst in einem gesonderten Post, einfach weil ich den besonders süß finde. :-)

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Schnitt: Latzhose aus dem Buch "Nähen mit Jersey - Babyleicht" von Pauline Dohmen, Regenbogenbody von Schnabelina
Stoff: Jeansjersey und Bündchen von Stoff & Stil, Jersey mit Igeln von Stoffwelten
verlinkt bei: Handmade on Tuesday, made4boys, sew-mini, Kiddikram

23. September 2017

3656 Kilometer - 53 Stunden mit Kindern in der Transsib

Das liest sich verrückt. Diese Reise hab ich mal alleine mit einer Freundin unternommen. Das war sehr entspannt, sehr gechillt und sehr interessant (denn wir reisten in der Holzklasse). Viele würden es wohl als einmalige nicht zu wiederholende Erfahrung verbuchen. Der Liebste und ich lieben allerdings Zugfahren, auch mit Kindern, und so buchten wir Tickets für diese Wahnsinnstour für uns alle vier.



Technisch genommen fuhren wir nicht wirklich mit der "wahren Transsib", denn wir fuhren weder bis Wladiwostok, noch in die Mongolei oder nach China (aber ein ander Mal dann...). Die Schienen waren allerdings dieselben und der Zug fuhr beim Transsib-Nullkilometer los. Also, natürlich saßen wir in der Transsib. ;-)



Gebucht hatten wir ein 4-er Abteil und das war perfekt. So hatten wir ordentlich Platz und unsere Ruhe. Für die Kinder zahlten wir zum Glück nur einen Bruchteil des normalen Ticketpreises. In vier Betten ließ es sich auch sehr komfortabel schlafen. Die Große musste natürlich unbedingt oben schlafen. Das geht bei ihr sehr gut. Sie bewegt sich kaum im Schlaf.



Dem Kleinen haben wir eine Burg gebaut. Eine Decke von seinem Bett über den Tisch zu meinem Bett verhinderte, dass er zwischen Bett und Tisch auf den Boden fällt. Und ein Sack mit Bettwäsche (keine Ahnung was dieser in unserem Abteil machte) und ein Kissen sicherten ihn nach unten hin ab.



Die Aussicht verändert sich über die zwei Tage kaum. Nur die Sonne geht immer früher unter und immer früher auf. Jetlag im Schneckentempo sozusagen. Unterwegs gibt es immer wieder Stopps an diversen Bahnhöfen. Mal sind es nur zwei Minuten, mal 20 Minuten. Und damit genug Zeit um auszusteigen, ein bisschen rumzulaufen, einzukaufen und ein Eis zu essen.



Essen nehmen inzwischen viele mit. Der Markt an Fertigessen im Styroporbehälter, bei denen man nur noch heißes Wasser dazu kippt, boomt. Man kann aber auch unterwegs Essen kaufen. Leider sind die Frauen, die auf Bahnhöfen Selbstgekochtes verkaufen weniger geworden. Neben Essen kann man aber auch so ziemlich alles andere kaufen, wir haben gar einen Mann mit Pelzmützen gesehen. Ob er im Hochsommer das Geschäft seines Lebens gemacht hat?!



Heißes Wasser gibt es kostenlos in jedem Wagen an einem speziellen Tank zum Zapfen. Und so gab es unterwegs viele Gläser Tee und einige Snacks. Unser Highlight: Suschki (auf dem Bild zu sehen) oder Suchariki (getroknetes Brot in diversen Geschmacksrichtungen). Diese speziellen Teegläser gibt es als Leihgabe während der Reise. Wunderschön oder?!



Und die Kinder?! Die fanden es super! Wir hatten ein bisschen Spielzeug für sie dabei, 3 neue Bücher (die wir natürlich erst im Zug aus der Tasche zauberten) und der Hit war ein Set aus Ausmalvorlagen, Aufklebern und Rätselblättern, die wir vor der Abreise für kleines Geld in einem Laden erstanden haben. Bücher vorlesen vom Reader (natürlich ohne großartige Bilder) klappt mit der Großen inzwischen auch super. Und dann hatten wir noch ein kleines Notebook mit ein paar Spielen, Videos und selbstgemachten Diashows dabei. Es war wirklich kein Problem sie zu beschäftigen.



Schön wars und trotzdem waren wir alle froh als wir da waren. Und doch ist so eine langsame Art zu reisen irgendwie ganz schön cool. Entfernungen werden greifbar, man wird wirklich total entschleunigt und schwebt in seiner ganz eigenen Raum-Zeit-Blase. Die Züge fahren nämlich nach Moskauer Zeit (diese ist auch an allen Bahnhöfen zu sehen), dann hat man ja eine lokale Zeit und noch die Zeitzone des Ankunftsortes im Kopf. Für uns steht definitiv fest: es war nicht das letzte Mal!

7. September 2017

Betula aus dem Fabelwald

Seit Dienstag gibt es einen neuen Schnitt auf dem Nähmarkt. Steffi von Fabelwald hat nämlich ihr erstes Ebook für Frauen veröffentlicht. Betula heißt er und es handelt sich um einen lockeren kastig geschnittenen Raglanpullover. Es wäre aber kein richtiger Fabelwald-Schnitt wenn das an sich einfache Grundschnittmuster nicht noch diverse Optionen bieten würde.


Anfangs dachte ich noch: Kastiger Schnitt? Nee, das ist nichts für mich. Aber dann haben mir die ersten Probenähergebnisse so gut gefallen, dass ich es doch auch mal gewagt habe. So ist dieser schlichte Pulli entstanden.


Und tatsächlich hat mich das Ergebnis überzeugt. Denn ja, bei T-Shirts und ärmellosen Tops mag ich es gerne anliegend, weil ich sonst schnell wie eine Tonne oder gleich schwanger aussehe. Aber Pullover dürfen gerne eher lässig sitzen.


Im Schnittmuster sind neben zwei unterschiedlichen Saumlängen auch drei verschiedene Ärmellängen und neben normalen Bündchen auch geschlizte Ärmel- und Saumbündchen enthalten. Außerdem kann man den Pulli sowohl mit geradem als auch mit asymmetrischem Saum nähen. Es gibt also diverse Möglichkeiten sich seinen eigenen Wunschpulli zusammen zu stellen.


Die beim Probenähen entstandenen Modelle könnt ihr euch in einem Lookbook anschauen. Es sind ganz viele total unterschiedliche Betulas zusammengekommen, ein Blick lohnt sich also auf jeden Fall.


Dieser Pulli ist übrigens nach der ersten Schnittmusterversion entstanden. Mittlerweile verläuft die Naht zwischen Ärmel und Vorderteil etwas anders, was zu weniger Falten an dieser Stelle führt.


Wenn ihr nun auch Lust auf eine Betula bekommen habt, den Schnitt bekommt ihr im Dawanda-Shop von Fabelwald und neuerdings auch bei Makerist.

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Schnitt: Betula von Fabelwald (wurde mir im Rahmen eines Probenähens zur Verfügung gestellt)
Stoff: Sommersweat von Stoff & Stil
verlinkt bei: RUMS

1. September 2017

Neue Schlafanzüge für den Sohn

Die Schlafanzüge vom Sohn waren schon länger etwas spack, somit war es höchste Zeit für neue. Schlafanzüge läuft bei mir immer unter "Stoffschrankleichen vernähen". Und tatsächlich, seit ich damit angefangen habe, ist wirklich Einiges schon vernäht worden, was sonst noch immer einfach nur im Schrank gelegen hätte. 


Und ja von diesem doofen Busstoff habe ich immer noch was da... Dabei habe ich da schon so viel daraus gemacht, zum Beispiel den letzten Schlafanzug für den Sohn. :-) Jetzt fragt ihr euch sicher, warum ich auch einen Unistoff vernäht habe, die kann man ja eigentlich immer gebrauchen. Bei diesem tollen Rot handelt es sich aber um total labberigen Interlock. Das geht wirklich nur als Schlafanzug.


Und bei der Hose für den zweiten Schlafanzug handelt es sich eigentlich um einen tollen Bio-Jersey. Ich mag die Farbe aber einfach nicht. Sie sieht schon ungewaschen total verwaschen aus und das finde ich nicht schön. Aber bei Schlafanzügen zählt ja vor allem die Qualität und die stimmt hier.


Zur Abwechslung gab es hier eine kleine Applikation, passend zum Nachtthema.


Bei den Schnitten habe ich natürlich auf altbewährtes zurückgegriffen: Longsleeve von der Erbsenprinzessin und Hose Luis von Schnabelina. Passt.


Der Sohn ist auch zufrieden. Und da ihm Umstellungen immer etwas schwer fallen (was freue ich mich auf den saisonalen Klamottenwechsel...), war dieses Oberteil, was identisch ist mit seinem alten Schlafanzug, ein echter Glücksgriff.


Und nun wünsche ich euch eine gute Nacht und schöne Träume! Hoffentlich seid ihr genauso gut gekleidet wie mein Sohn. ;-)

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Schnitt: Longsleeve von der Erbsenprinzessin und Hose Luis von Schnabelina
Stoff: Ungeliebtes aus dem Fundus
verlinkt bei: made4boys, Kiddikram, Freutag